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17.09.2015
Anonym

Nicht auf Kosten des Shops - welche Zahlverfahren sind die günstigsten?

Online-Händler können heute aus einer umfassenden Auswahl an Zahlungssystemen wählen. Bei ihrer Entscheidung werfen diese sowohl die größtmögliche Akzeptanz bei den Kunden als auch die geringsten Risiken in die Waagschale. Einen der wichtigsten Faktoren bei der Wahl der Zahlarten stellen jedoch die Kosten dar. Welche Gesamtkosten entstehen dabei genau für den Shopbetreiber?

Gemäß einer empirischen Erhebung im Online-Handel von ibi research unterschätzen E-Commerce-Händler die Gesamtkosten von Bezahlverfahren. Dies beweist das Ergebnis der Studie, im Zuge derer mehr als 400 Internethändler zu den Kosten von Zahlungsverfahren befragt wurden:

Die teilnehmenden Online-Händler stellten die Kosten für Bezahlverfahren mit 49 Prozent an die erste Stelle der wichtigsten Kriterien beim Betreiben ihres Shops – vor Sicherheit mit 40 Prozent und Nutzerfreundlichkeit mit 37 Prozent. Gleichzeitig schätzten die Händler gemäß der ibi research-Erhebung jedoch die Payment-Gesamtkosten falsch ein.

So wurde von den Befragten die Vorkasse als günstigstes Zahlungsverfahren bewertet, obwohl tatsächlich unter Einbeziehung sämtlicher Kosten die SOFORT Überweisung in den meisten Fällen für den Händler mit den geringsten Ausgaben verbunden ist – gefolgt von Vorkasse und abgesicherter Lastschrift. Die mit Abstand teuerste Zahlart stellt der Kauf auf offene Rechnung dar. Diese Erhebung spiegelt Tendenzen wider, besagt aber auch, dass die Zahlverfahren individuell in Relation zu der Unternehmensgröße, Branche und den weiteren Einflussfaktoren zu bewerten sind.

Direkte und indirekte Kosten – was steckt dahinter?

Die Quintessenz der Studie ist jedoch eindeutig: Folgekosten von Zahlverfahren werden unterschätzt und oftmals falsch bewertet. So betrachten zahlreiche der befragten Unternehmer zunächst die direkten Kosten. Hinzu kommen aber auch versteckte und indirekte Kosten, die ausgerichtet auf die unterschiedlichen Bezahlverfahren erheblich variieren können. Dazu zählen u.a. Kosten für Mahnwesen, Inkasso, Retouren, manuelle Nachbearbeitung und viele weitere. Zudem entstehen im E-Commerce-Handel jährlich bis zu einer Milliarde Euro Schaden durch Zahlungsstörungen. Diese können eine enorme Auswirkung auf die Handelsspanne haben.

Die indirekten Kosten sind in vielen Fällen wesentlich höher als die direkten. Insbesondere Opportunitätsaufwendungen durch Retouren oder Zahlungsausfälle beeinflussen erheblich den Ertrag eines Unternehmens. Zudem belasten Kosten für Debitorenmanagement, Leistungsstörungen sowie Risikomanagement die Bilanz des Online-Händlers.

Als direkte Kosten gelten in der Regel die Gebühren der Zahlungsverfahren und des entsprechenden Payment-Anbieters. Hierbei können umsatzabhängige oder fixe Transaktionskosten sowie monatliche Grundgebühren anfallen. Auch Einrichtungs- und Integrationskosten sind zu berücksichtigen.

Kostenkontrolle durch Drittanbieter

Reine Payment-Verfahren über spezialisierte Anbieter sind laut Studienergebnis besser auf die Bedürfnisse des E-Commerce-Handels zugeschnitten, da sie beispielsweise niedrigere indirekte Kosten beinhalten. Es ist als sinnvoll zu betrachten, Zahlverfahren mit hohen Gesamtkosten an Drittanbieter abzugeben, um Folgekosten minimieren zu können und eine bessere Kostenkontrolle zu gewährleisten.

Denn die indirekten Kosten von Bezahlverfahren, verursacht beispielsweise durch Zahlungs­ausfälle und Retourenabwicklung, haben unmittelbar Auswirkung auf den Ertrag. In diesem Fall können Drittanbieter mit Zahlungsgarantie vor Ausfällen schützen und das Forderungsmanage­ment übernehmen. Gleichzeitig kann die Abwicklung über einen Payment-Spezialisten den Händler vor ungedeckten Konten, Kontenmissbrauch und Betrug – im Falle der Lastschrift – bewahren. Auch die Absicherung gegen Chargebacks und Kreditkartenmissbrauch ist gegeben.

Ebenfalls beim Rechnungskauf, der zwar als teuerste Option gilt, ergeben sich Vorteile: es entstehen weniger Kaufabbrüche und größere Warenkörbe, was letztlich zu höherem Umsatz führt. Eine zusätzliche Zahlungsgarantie über den Drittanbieter schafft für den Händler Sicherheit und Entlastung – von der Abwicklung bis zur Auszahlung. Somit entstehen Zeit- und Kosteneinsparungen, denn der Betreiber ist nicht mehr mit der Administration, Mahnungen & Co. belastet.

Zahlungssystem meets Kundenakzeptanz

Neben allen direkten und indirekten Kosten sind Faktoren wie Abbruchquoten, Pflegeaufwand sowie Kundenzufriedenheit bedeutend bei der Auswahl der geeigneten Zahlungsverfahren. Denn niedrige Gesamtkosten führen nicht zum gewünschten Erfolg, wenn beispielsweise der Kunde den Kauf abbricht, weil er nicht das richtige Zahlverfahren geboten bekommt. Zusätzlich sollten Online-Händler Faktoren wie Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit bei ihrer Entscheidung für ein Payment-System mit berücksichtigen, um eine dauerhafte Kundenbindung zu erzielen.

Ergo: Die Gesamtbetrachtung aller Kriterien für das richtige Zahlungsverfahren stellt einen entscheidenden Erfolgsfaktor für Online-Händler dar. Wer einen Blick hinter die direkten und indirekten Aufwendungen riskiert, der schützt sich dauerhaft vor der Kostenfalle. Verbunden mit den Spezifika wie Branche, Unternehmensgröße und der Tatsache, was die jeweiligen Kunden wünschen und welche Zahlarten am häufigsten gewählt werden, entsteht ein Gesamtpaket, das Kosten und Ertrag sinnvoll in Einklang bringt.

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Anonym

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