Mobile Payment - Interview mit Hans-Peter Weber

04.08.2014

1.     Wo liegen die Einsatzmöglichkeiten Ihrer Mobile-Payment-Lösungen? Wer gehört zu Ihren Kunden?

Die secupay AG bietet zusammen mit dem Schwesterunternehmen secucard KG Mobile-Payment-Lösungen für den Point-of-Sale als auch im Web bzw. Mobile Shop an und hat damit eine echte Cross-Channel-Lösung im Portfolio. Mit der eigenen Smartphone-App können Kunden derzeit mittels NFC-Technologie oder auch durch Abscannen eines QR-Codes im Ladengeschäft mobil bezahlen. Bei der Bezahlung im Online-Shop über ein mobiles Endgerät passt sich die Bezahl-Maske von secupay durch ein responsive Design an das jeweilige Display an.

Erfolgreich eingesetzt wird die Mobile-Payment-Lösung von secucard/secupay bspw. im italienischen Restaurant Passatore in Pulsnitz bei Dresden. Hier können die Gäste ihre Rechnungen auch mit dem eigenen Smartphone bezahlen. Technisch möglich wird dies durch den Einsatz einer Zusatz-Software, die auf das bestehende POS-Terminal aufgespielt wurde. Der Gast hat nun die Wahl, entweder via NFC oder durch Abscannen eines QR-Codes den Rechnungsbetrag zu begleichen. Voraussetzung hierfür ist, dass die secucard-App auf dem mobilen Endgerät installiert ist.  

Secupay/secucard arbeitet im Bereich Mobile-Payment mit einer Kunden-App für das Smartphone sowie einer Zusatz-Software, die auf jedes von der Unternehmensgruppe bereitgestellten POS-Terminals aufgespielt werden kann. Derzeit werden ca. 11.000 POS-Kunden deutschlandweit betreut und die Nachfrage nach einer Mobile-Payment-Lösung steigt.

 

2.     Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Als einer von wenigen Anbietern im Markt, ermöglicht secucard/secupay auch sehr kleinen Händlern die Verbindung von Payment und Loyalty am POS. Durch den Einsatz von Kundenbindungskarten mit Zahlfunktion, einer eigenen Kundenbindungs-Payment-App und dem Einsatz von Zusatz-Software für POS-Terminals ohne hohe Investitionskosten bietet secucard/secupay auch dem Mittelstand Möglichkeiten, wie sie sonst nur die Big Player im Markt haben.

 

3.     Wie machen Sie Ihr Mobile-Payment-Verfahren sicher?

Die Sicherheit wird durch den Einsatz eines Tokens auf dem Smartphone in Kombination mit den aktuellsten Verschlüsselungstechnologien für die Übertragung gewährleistet. Bei der Datenübermittlung setzt secucard/secupay zudem auf eine Zwei-Wege-Kommunikation. Auch besteht eine Zertifizierung nach PCI DSS-Standard die regelmäßig erneuert und um die neuesten Erkenntnisse erweitert wird.

 

4.     Wie ist der derzeitige Stellenwert/die Verbraucherakzeptanz des M-Payment aus Ihrer Sicht?

Aktuell sind die Akzeptanz und damit auch der Einsatz von Mobile-Payment bei den Verbrauchern noch sehr gering. Was beobachtet werden kann ist, dass eine wachsende Anzahl an Kunden das Bezahlen mittels Smartphone zwar hier und da mal ausprobiert, dieses aber noch immer „Paradies-Vogel-Status“ besitzt und sehr viele Händler schlichtweg noch nicht die technischen Voraussetzungen dafür bieten.

 

5.     Warum werden M-Payment-Verfahren vom Verbraucher noch nicht flächendeckend genutzt? Was braucht es, damit M-Payment den Durchbruch schafft?

Der bisherige Knackpunkt Nummer 1, warum das mobile Bezahlen derzeit in der Realität noch nicht so Recht funktioniert, sind schlicht gute Apps, die auf die Anforderungen am POS abgestimmt sind. In den nächsten beiden Jahren wird die Verfügbarkeit guter Apps für das Mobile Payment aber rasant steigen. Ein anderer Grund, weshalb Kunden am POS nicht mit dem Smartphone bezahlen können – selbst wenn sie es gern wollten – ist, dass der Handel nicht die notwendigen Voraussetzungen dafür bietet. Angefangen bei der klassischen Kasse, die für mobiles Bezahlen nicht einsetzbar ist, bis hin zum unwissenden Personal.

Damit Mobile-Payment zur Realität wird, bedarf es auch auf Seiten der Payment-Anbieter ein Umdenken: Nicht nur, dass es überhaupt ein Angebot an Apps geben muss, es müssen darüber hinaus auch die richtigen Apps mit den richtigen Funktionen entwickelt werden. Eine reine Payment-Lösung wird den Durchbruch hier nicht schaffen. Der Gewinner wird vielmehr derjenige sein, der den Kunden am meisten Nutzwert generiert. Anbieter, die neben der reinen Bezahlfunktion auch Möglichkeiten zur Kundenbindung vorhalten oder das Bezahlerlebnis für den Kunden tatsächlich „smart“ machen, werden hier die Nase vorn haben.

Es gibt auch Branchen, bei denen das Mobile-Payment zum echten Gamechanger werden wird: Läden wie Bäcker, Fleischer, Imbissbuden oder Kioske sind standhafte Verfechter der klassischen Bar-Zahlung. Kredit- oder EC-Karten machen für sie keinen Sinn, weil sich die Transaktionskosten für ihre typischen Kleinbeträge nicht rechnen. Das Thema Mobile-Payment eröffnet hier völlig neue Möglichkeiten. Eine Zahlung per Smartphone bedeutet für den kleinen Händler wesentlich geringere Transaktionsgebühren als mit einem EC-Terminal. Weil Händler des täglichen Bedarfs stark auf Stammkunden setzen, können nun mehrere Transaktionen eines Kunden zu einer Abrechnung zusammengefasst und mit dem Kundenbindungssystem verknüpft werden. Damit wird bargeldloses Bezahlen mittels Smartphone endlich auch für die typischen Micro-Payment-Händler hochinteressant.

 

6.     Wo liegen Ihrer Meinung nach die Herausforderungen für die Händler?

Der Handel muss die gesamte Mobile-Payment-Thematik integriert betrachten. Es handelt sich hierbei sowohl um ein Marketing- als auch um ein Finanzthema. Für ein Unternehmen bedeutet dies, dass zwei völlig unterschiedliche Abteilungen involviert sind. Auf der einen Seite die Finanzabteilung, die den Geldfluss kontrolliert – auf der anderen Seite aber auch die Marketingabteilung, die die Kundenbindung steuert. Beide Abteilungen müssen zusammenarbeiten, was wiederum eine Managementaufgabe darstellt. Daneben besteht die Herausforderung dann auch noch darin, dass alle Prozesse in die bestehende IT-Infrastruktur integriert werden müssen.

 

7.     Auf welche Technologie für die Transaktion setzen Sie und warum?

Auch wenn unsere Lösung momentan mit NFC und QR-Code im Einsatz ist, sind wir von BLE als Zukunftstechnologie überzeugt.  

Der wohl größte Vorteil an BLE ist, dass die Technologie schon direkt auf nahezu jedem Smartphone verfügbar ist und auch keine Internetverbindung erforderlich macht. Zudem eignet sich die BLE-Technologie hervorragend für Mobile Payment, da das Smartphone am Kassenplatz sicher identifiziert werden kann. Unsere Vision bei der Bezahlung mittels BLE ist, das es künftig möglich sein wird, dass der Kunde ohne jegliche Interaktion einen Bezahlvorgang sicher tätigen kann. Mittels entsprechender App und Kassenplatz ist eine Transaktion über BLE möglich, bei der der Kunde nur noch ein PIN in das Terminal eintippen muss – ohne sein Smartphone überhaupt aus der Tasche zu nehmen. Dadurch ist BLE nicht nur extrem kundenorientiert sondern auch wirklich „smart“. Aktuell problematisch bei BLE ist, dass es am POS noch zunehmen an der notwendigen Infrastruktur fehlt.

 

8.      Welche Vorteile bzw. Nachteile bieten die Technologien NFC, BLE, QR-Code bzw. der Fingerprint?

NFC eignet sich sehr gut beim Einsatz von Karten und auch die notwendige Infrastruktur ist zunehmend am POS vorhanden. Der größte Nachteil bei NFC ist, dass der Kunde sein Smartphone aus der Komfortzone geben muss. Ein Bezahlvorgang durch Abscannen eines QR-Codes ist mit jedem Smartphone durchführbar. Auch die notwendige Infrastruktur ist am POS bereits überwiegend vorhanden. Nachteil des QR-Codes: so richtig „smart“ ist dieser nicht. Der Fingerprint ist auf jeden Fall ein guter Zusatz zur Steigerung der Sicherheit einer Smartphone-App. Allerdings ist der Fingerprint keine Alternative als Zahlverfahren.

 

9.     Was machen Sie im Bereich Wallets?

Secupay bietet eine Wallet mit Login-Funktion an, bei der alle angebotenen Zahlungsmittel hinterlegt sind. Der Kunde kann somit entweder per Lastschrift, Kreditkarte oder auch auf Rechnung bezahlen.  

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